Reise

Text: Luke27
Beat: Acoustic View

Part 1

Ich brauch mal Urlaub! Das is 'n Satz den ich sag,
wenn mir ständig der Kopf raucht. Ich denkt nicht lang nach.
Ich will nur weg und raus aus dem ätzenden Alltag,
relaxen und mir endlich alles Lästige ersparen.
Kein Stress, kein Warten, kein Lärm, keine Klagen,
kein Handy, keine Fragen, keine Hektik, kein Verschlafen,
keine Pflichten, Nachtschichten oder scheiß Nachrichten.
Vorrang haben nun nur die eigenen Absichten.
Ich werd zum Genießer und näher mich Tiefschlaf,
träum vom Flieger und mediterranem Klima.
Die Barkeeperin serviert unendlich viel Tequila,
damit ich fit bin für den beach und Wasserski fahren.
Shit! Ich schaff's nicht mehr bei Bewusstsein zu denken.
Ich hör' die Brandung und freudiges Geschrei von Menschen.
Ich seh'  sich aufbauende Wellen an Felsen zerschellen
und leichtbekleidete Frauen mit nicen Beinen vorbei rennen.
Na toll! Was soll's? Ich bin zum Glück nur ein Fremder,
fühl mich pudelwohl, in einem der küstenreichsten Länder
irgendwo in einer äußerst gesegneten Gegend,
abgelegen von den täglichen Szenen und Problemen.
bridge
Warum nicht die Augen schließen, anfangen zu phantasieren,
den Augenblick genießen, sich in Gedanken verlieren,
Eskapaden tolerieren? Ganz egal was passiert,
lasst uns doch alle zusammen die Fassung verlieren! also

hook

Kommt, Leute! Lasst uns gemeinsam verreisen.
Ihr habt ausreichend Zeit, um euch 'ne time out zu leisten.
Stellt euch vor zu sein, wo ihr noch nie gewesen seid.
Lasst Träume reifen und euch einfach treiben.

Part 2

Unvergleichbar Erlebtes, speicher' ich als Erlebnis.
Ich begreif und seh, wie klein unser Planet ist.
Philosophien passen zusammen wie Steine beim Tetris.
Menschen vereint mehr als nur Scheide und Penis.
Was berechtigt eigentlich all die Privilegien,
die, da wir sie in Anspruch nehmen vielen nie zustehen.
Menschen haben zwar das Recht auf Leben, doch ihr Weg
scheint meistens erheblich erschwert noch ehe er beginnt.
Wir gehören zu denjenigen wenigen,
die regelmäßig in den Ferien um die Erde segeln.
Die unzähligen Themen des ewigen Elends,
werden wir eh erst verstehen, wenn wir selbst im Regen stehen.
Was wenn unsere Existenz abhängt vom Tourismus?
Moral verliert an Wert in der Welt des Kapitalismus.
Kultur und Tradition weichen der Monopolbildung,
Angebot ohne Nachfrage - ein Zeichen der Gewinnsucht.

© Luke27